Elektronikerin / Elektroniker

ELEKTRONIKERIN / ELEKTRONIKER

Elektronik

Berufsbild

In jedem iPod, jeder Playstation und jedem Motorroller wimmelt es nur so von Elektronik. Geld aus dem Bankomaten beziehen, mit der Prepaid-Karte SMS verschicken oder mit der Fernbedienung durch die Kanäle zappen – ohne Elektronik undenkbar.

Elektronikerinnen und Elektroniker entwickeln und testen in Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten elektronische Schaltungen, erarbeiten Softwarelösungen und konzipieren Prozesse für die Herstellung von Elektronikprodukten. Während die einen stärker auf die Softwareentwicklung spezialisiert sind, arbeiten andere mehr in der Mess- und Prüftechnik, Projektbearbeitung oder Forschung und Entwicklung.

Lehrablauf

Basisausbildung
Lernende von Ascom und Partnerfirmen legen während den ersten 18 Monaten ihrer Lehre in der Basisausbildung im Berufsbildungscenter ein breites Fundament an Wissen und Können. Die Schwerpunkte der Basisausbildung liegen in den Bereichen Fertigungstechnik, Schalt- und Messtechnik und in der Hard- und Software-Entwicklung. Zudem werden alle vom Kanton geforderten überbetrieblichen Kurse absolviert.

Fertigungstechnik:
In den Ausbildungsmodulen der Fertigungstechnik werden die handwerklichen Grundfähigkeiten erworben. Zu diesen Fähigkeiten gehören das Bestücken und Löten/Entlöten von immer kleineren Baulementen, die Montage- und Verdrahtung von Baugruppen und die mechanische Bearbeitung von Gehäusen. Die Endprodukte dieser Ausbildung sind eine Minialarmzentrale, eine regelbare Lötstation, ein Mikrocontroller-lernsystem und ein Lötrahmen.

Schalt- und Messtechnik:
Im Bereich der Schalt- und Messtechnik werden Schaltungen analysiert, Versuchsschaltungen aufgebaut, ausgemessen und protokolliert. Zunehmend werden Schaltungen am Computer simuliert, Messungen automatisiert und Messprotokolle mit Werkzeugen der Informatik erzeugt und digital verarbeitet. Digitale Schaltungen werden auf programmierbaren Logikbausteinen umgesetzt. Das Training in der systematische Fehlersuche und Behebung gehört auch zum anspruchsvollen Ausbildungsprogramm. Highlight und Endprodukt dieser Ausbildung ist ein NF-Verstärker in HiFi-Norm, mit welchem ein aktiv-Subwoofer-System aufgebaut wird.

Hardware-Entwicklung:
Im Zentrum der Ausbildungsmodule in der Hardware-Entwicklung stehen der Leitenplattenentwurf am Computer und diverse Projektarbeiten, in denen die einzelnen Entwicklungsschritte durchlaufen werden. Endprodukte dieser Projektarbeiten sind ein Spiel mit Namen „Senso“ und eine Wetterstation.

Software-Entwicklung:
Das Programmieren von technischer Software stellt einen Schwerpunkt unserer Ausbildung dar. Die Kompetenzen in der Mikrocontrollertechnik werden auf dem, speziell für die Ausbildung, entwickelten Lernsystem erarbeitet. Das Erarbeiten der Windows-, respektive der objektorientierten Programmierung hat viel an Bedeutung gewonnen. In der Ausbildung der Datenkommunikation wird eine Wetterstation mit einem Webinterface ausgestattet und eine HTML-Webseite programmiert, welche den entfernten Zugriff auf die Wetterstationsdaten ermöglicht. Weitere Inhalte sind der Umgang mit Office-Werkzeugen und eine Einführung in die Netzwerk- und Internettechnologien. In einer Projektarbeit, je nach Schwerpunkt-ausbildung mit HW/SW-Design oder reiner SW-Entwicklung, werden die Kenntnisse gefestigt und vertieft.

Parallel zur Fachausbildung werden berufsübergreifende Fähigkeiten wie wirtschaftliches Denken und Handeln, systematisches Arbeiten, Kommunikation und Präsentation, Team- und Konfliktfähigkeit, Dokumentationstechnik, Informationsbeschaffung und Selbstständigkeit gezielt gefördert.

Ende des zweiten Lehrjahres wird die Basisausbildung mit einer Teilprüfung abgeschlossen.

Details zu den einzelnen Ausbildungsmodulen finden sie im Lehrablaufplan.

Praktische Ausbildung
Bereits im 1. und 2. Lehrjahr werden die Lernenden für 6 Monate im Betrieb eingesetzt und sammeln dort ihre ersten Erfahrungen.
Im 3. und 4. Lehrjahr erfolgt die Schwerpunktausbildung in den Lehrvertragsfirmen. In dieser Ausbildungsphase vertiefen die Lernenden ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an produktiven Aufträgen und Projekten. Verantwortliche Berufsbildner und Berufsbildnerinnen in den Praxislehrstellen betreuen in dieser Ausbildungsphase die Lernenden.

Voraussetzungen
Elektroniker und Elektronikerinnen haben Freude an Mathematik und arbeiten gerne am Computer. Sie sind „Experimentierer“ und „Tüftler“ und interessieren sich für technische Zusammenhänge. Sie sind feinmotorisch begabt und arbeiten gründlich, sorgfältig und exakt. Zudem sind Vorkenntnisse in Englisch hilfreich für den Berufseinstieg. Die rasanten Entwicklungen in ihrem Beruf setzen eine hohe Bereitschaft zur Weiterbildung voraus. Die Ausbildung im Berufsbildungscenter, im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule ist anspruchsvoll und es wird in der Regel ein guter Abschluss in der Sekundarschule (Bezirksschule) oder Primarschule mit 10. Schuljahr vorausgesetzt.

Berufsfachschule und Berufsmaturität
An 1.5 – 2  Arbeitstagen pro Woche besuchen Elektroniker und Elektronikerinnen die Berufsfachschule.
Bei guten schulischen Leistungen empfehlen wir Schüler- und Schülerinnen während der Lehrzeit zusätzlich die Berufsmaturitätsschule zu besuchen. Diese Ausbildung ermöglicht ihnen den prüfungsfreien Eintritt in die Fachhochschulen (FH) und zahlreiche anderen Weiterbildungsgängen. Die Firma Ascom (Schweiz) AG und ihre Partnerfirmen unterstützen den Besuch der Berufsmaturitätsschule während der Lehrzeit.

Die Aufnahme in die Berufsmaturitätsschule erfolgt prüfungsfrei oder über eine schriftliche Prüfung.

Berufliche Perspektiven
Nach Abschluss der beruflichen Grundbildung mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis stehen Elektroniker und Elektronikerinnen viele Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Klassisch ist eine Weiterbildung zum Elektro- oder Informatikingenieur/in BSc FH und zum Elektro- oder Informatiktechniker/in HF.

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